Der Huzule, als Nachfahre des Bergtarpans, ist ein nervenstarkes, instinktsicheres, ausdauerndes Gebirgspferd, geeignet auch für weniger geübte Reiter. Er überzeugt durch Ausgeglichenheit (kein Fluchttyp) und Trittsicherheit auch in schwierigem Gelände.
Genügsamkeit hinsichtlich Fütterung und Haltung (Offenstall), sein unkomplizierter Charakter, sowie Gelehrigkeit und Anpassungsfähigkeit machen den Huzulen zu einem vielseitig einsetzbaren Freizeit-
und Familienpferd, Fahrpferd und zum geduldigen Partner in der Hippotherapie.
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Größe Stockmaß Widerrist ca. 140 cm Farben Mit Ausnahme von Schimmel, Stichelhaar und Tigerschecke, alle Farben, meist jedoch Braun und Mausgrau. Rassetypisch erwünscht sind Wildpferdemerkmale: Aalstrich, Schulterkreuz und Zebrierung. Bewegungsablauf Korrekt, rhythmisch, elastisch Gesamteindruck Kompaktes, ansprechendes Kleinpferd, im rechteckigen Rahmen, mit harmonischer Rückenlinie und abfallender Kruppe, Schweif tief angesetzt, der Hals kurz und kräftig, die gut bemuskelte Schulter meist steil gestellt. Der Kopf ist trocken, ausdrucksvoll, mit viel Adel. Harte, nicht zu kleine, feste Hufe ermöglichen oftmals eine Nutzung ohne Beschlag.
Die Huzulenpferde, eine autochthone Rasse, stammen aus dem Gebiet der Ostkarpaten, der Huzulei,
im heutigen Rumänien und der Ukraine gelegen. In den unwegsamen Hochwäldern der Karpaten siedelte das gleichnamige Volk, die Huzulen, Nachkommen von Kosaken und Tartaren aus dem südrussischen Raum.
Erwähnt wird das Huzulenpferd bereits in einem Fachbuch aus dem Jahr 1603.
Ursprungsbedingt ließen sich lange Zeit 3 Grundtypen deutlich voneinander unterscheiden:
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3 Grundtypen des Huzulenpferdes Tarpantyp zeigt die ursprünglichen Merkmale des in den Waldgebieten der Karpaten vorgekommenen Bergtarpans. Bystrzectyp entstand als Kreuzungsprodukt zwischen Bergtarpan und Konik. Przewalskytyp ließ die Einkreuzung von Mongolen- und Tartarenpferden erkennen. Diese waren ein Relikt vergangener kriegerischer Auseinandersetzungen.
Alle trugen Wildpferdemerkmale, hatten große Ähnlichkeit in Exterieur und Rahmen, - der Przewalskytyp schwerer, dadurch nur bedingt für schwieriges Gelände geeignet - sind die Ahnen der heutigen Huzulenpferde.
Von besonderer Wichtigkeit für deren Entstehung waren die harten Lebensbedingungen: Schwieriges, meist bewaldetes Berggelände, raues, kontinentales Klima, unterstandslose Aufzucht auf den Bergweiden. Bei Futtermangel trieben die Bergbauern der Huzulei ihre Pferde den Winter über in den Wald, wo nur die stärksten, zähesten die Selektion durch Kälte, Nahrungsmangel, Wölfe, Bären und Luchse überstanden. Im Frühjahr dienten die Überlebenden wieder als unersetzliche Helfer in der Land- und Forstwirtschaft und als Transportmittel in der damals straßenlosen, brückenlosen Huzulei, deren Ortschaften meist nur durch Saumpfade erreichbar waren.
Oft gezwungen, sich in schwierigstem Gelände den Raubtieren zu stellen, überlebten jene Pferde mit kurzem, kräftigem Hals und geringer Fluchttendenz. So ist ein kleines, kompaktes, mutiges, trittsicheres Pferd mit großem Brustumfang und festen, harten Hufen entstanden.Die teilweise vorhandene Kuhhässigkeit der Hinterbeine ist auf die oben beschriebenen Lebens- und Aufzuchtbedingungen zurückzuführen und ist ein Hinweis auf die besondere Trittsicherheit des Pferdes in steilem Gelände und darf nicht als Fehler gesehen werden.
1856 begann die planmäßige Zucht der Huzulenpferde, in der zur K. u. K. Zeit zu Österreich gehörenden BUKOWINA. Abseits jeder Zivilisation, im heutigen Rumänien gelegenen Gestüt Radautz - 1774 zwecks Hebung der österreichischen Pferdezucht durch einen Erlass der Kaiserin Maria Theresia gegründet - und dem Gestüt Luczyna mit den bis auf 1600m gelegenen Hochweiden.
Die zähen, flinken und trittsicheren Gebirgspferde dienten bis 1918 der Österreichisch-Ungarischen Armee als Reit-, Zug- und Packtiere im unwegsamen Gelände.
Nach dem 1. Weltkrieg wurden durch den Zerfall der Monarchie die Zuchtpferde der Luczyna zunächst nach Waldhof in Niederösterreich gebracht, später jedoch auf die Nachfolgestaaten Rumänien, Tschechoslowakei, Polen und Ungarn aufgeteilt.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich 7 Hengstlinien:
7 Hengstlinien Hroby Goral Gurgul Polan Ousor Pietrosu Prislop Im Nationalgestüt Topol´cianky, Slowakei, werden zurzeit 8 Stutenfamilien geführt.
Im Jahr 1994 wurde die internationale Dachorganisation HIF - Hucul International Federation - gegründet. Mitglieder der HIF sind: Polen, Rumänien, Ungarn, Tschechien, Slowakei und Österreich. Sie dient der notwendigen internationalen Zusammenarbeit zur Erhaltung der Rasse der Huzulenpferde, die wegen der geringen Zahl von Zuchttieren, als hochgefährdet eingestuft ist.